Am gestrigen Samstag fanden in Duisburg und Bottrop die Internationalen Sichtungsturniere des Deutschen Judobundes für die U16 statt.
Knapp 600 Judoka aus dem In- und Ausland durften sich miteinander messen.

Die zwölfjährige Mathilda ist in diesem Jahr erstmals in einem U16-Einzelwettbewerb startberechtigt und fand sich in ihrer Gewichtsklasse -63kg in einem mit 29 Kämpferinnen sowohl zahlen- als auch leistungsmäßig starken Feld wieder.

Ihren Eröffnungkampf gegen eine Kämpferin vom SV Neuhaus aus Bayern konnte Mathilda nach gut einer Minute mit einem mustergültig ausgeführten Uchi-Mata für sich entscheiden.

Da für das Turnier die U18-Regeln galten durfte Mathilda — für sie noch ungewohnt, aber willkommen — Schulter und Kopf der Gegnerinnen umfassen. Das nutzte sie in ihrem zweiten Kampf aus, als sie ihre Gegnerin der ARGE Baden-Württemberg nach 50 Sekunden mit einem Koshi-Guruma zu Boden beförderte und dafür mit einem Ippon belohnt wurde.

Im nächsten Kampf gegen eine Konkurrentin vom PSV Judo Club Frankfurt/Oder war es dann nach ebenfalls ca. 50 Sekunden wieder ein Uchi-Mata, der Mathilda den Einzug ins Halbfinale brachte.

Dort traf sie auf eine Gegnerin vom UJKC Potsdam. Nach einer eigentlich gut parierten Aktion ihrer Gegnerin verstolperte sich Mathilda und geriet so mit einem Wazaari in Rückstand. Mathildas Antwort bestand in einem ebenfalls mit einem Wazaari belohnten Außenwurf O-Soto-Otoshi, den sie unmittelbar in einen Haltegriff Kesa-Gatame weiterführte und aus dem sich die Gegnerin trotz aller Bemühungen nicht mehr befreien konnte.

Im Finale ging es schließlich gegen eine Kämpferin vom TSV Altenfurt aus Bayern.
Mathilda brachte nacheinander die Wurtechniken O-Soto-Guruma, Ko-Soto-Gake, O-Soto-Gari, Ko-Soto-Gake an, bei denen es ihrer Gegnerin jedoch jedesmal gelang, sich noch so abzuwenden, dass sie auf dem Bauch landete und so eine Wertung verhinderte. Auch in den folgenden Bodenaktionen konnte Mathilda die starke Verteidigung ihrer Gegnerin nicht knacken.
Stattdessen geriet zunächst Mathilda nach einer Fußtechnik mit einem Wazaari in Rückstand, den sie mit einem ebenfalls mit Wazaari bewerteten Uchi-Mata-Ansatz wieder wettmachte. Aus dem anschließenden Haltegriff konnte sich die Gegnerin gerade noch rechtzeitig befreien.
Und so stand es zum Ende der regulären Kampfzeit unentschieden und die Begegnung ging ins Golden Score, in dem die nächste Wertung die Entscheidung bringen würde.
Nach zwei weiteren letztlich erfolglosen Aktionen griff Mathildas Gegnerin mit einer Fußtechnik an, aus der Mathilda geschickt ausstieg, sich die Instabilität ihrer Gegnerin zunutze machte und in einen sehr schönen O-Soto-Otoshi umsetzte, der — belohnt mit einem Ippon — die verdiente Entscheidung zugunsten Mathildas und damit auch den Turniersieg brachte.

Sowohl technisch als auch konditionell hat Mathilda sehr gute Leistungen gezeigt und viele wertvolle Erfahrungen gewonnen, die sie sicherlich in dem anschließenden zweitägigen Trainingscamp noch weiter ergänzen kann.

Ein weiterer Erfolg ist noch zu vermelden:
Dank der insgesamt sehr guten Leistungen der NRW-Starter konnte der Nordrhein-Westfälische Landesverband vor denen aus Berlin-Brandenburg und Berlin die Mannschaftwertung und den damit verbundenen Pokal gewinnen.

Text und Bilder: U.N.

Mathilda Niemeyer setzt Siegesserie fort