Zwanzig Jahre lang war das Hattinger Mixed-Turnier ein fester Termin im Kalender vieler nordrhein-westfälischer Judoka – bis die Halle Talstraße 2016 zur Notunterkunft für Geflüchtete wurde und das Turnier zweimal in Folge nicht stattfand. Doch die Tradition war nicht beendet, nur unterbrochen. Der 1. JJJC Hattingen will sie wiederbeleben und hat dazu am Wochenende den ersten Schritt getan.
Zwanzig Jahre lang war das Hattinger Mixed-Turnier ein fester Termin im Kalender vieler nordrhein-westfälischer Judoka – bis die Halle Talstraße 2016 zur Notunterkunft für Geflüchtete wurde und das Turnier zweimal in Folge nicht stattfand. Doch die Tradition war nicht beendet, nur unterbrochen. Der 1. JJJC Hattingen will sie wiederbeleben und hat dazu am Wochenende den ersten Schritt getan.

„Natürlich ist es etwas schade, dass zur Premiere nach der Pause nur acht Mannschaften gemeldet hatten und eine dann aufgrund des Schnees auch noch kurzfristig nicht anreiste“, sagte Angela Andree vom Ausrichter, aber: „Es war ein schönes Turnier mit guter Stimmung“ – dass der Nordrhein-Westfälische Judoverband das Turnier nach zweijähriger Pause wieder stattfinden ließ, war offensichtlich eine richtige Entscheidung.

Einzigartiges Format sorgt für gute Stimmung

Dabei wurde offenbar, was das Besondere dieses Mixed-Turniers ausmacht: Das Format ist einmalig in der Region und macht den Kämpfern auch besonders Spaß. Angela Andree erklärt: „Männer und Frauen trainieren ja meist zusammen, kämpfen aber immer getrennt. Und deshalb sind wir vor 22 Jahren mit diesem Turnier auf Landesebene angefangen, um das auch einmal anders zu machen“ – der Reiz daran ist offensichtlich auch trotz der Pause erhalten geblieben.

Die Hattinger Judoka kämpften dabei in einer Kampfgemeinschaft mit dem Nachbarn aus Wuppertal – eine Verbindung, die schon lange besteht. „Früher haben die Wuppertaler Männer auch für Hattingen in der Liga gekämpft. Und da wir in diesem Jahr bei den Männern dünn besetzt waren, haben wir uns zusammengetan.“

Hattinger Team zeigt starke Mannschaftsleistung

Den ersten Platz holte die Kampfgemeinschaft Bochum/Witten, die sich im Finale über die Kampfgemeinschaft Aachen den Titel sicherte. Die Teams aus Recklinghausen/Herten und Duisburg teilten sich den dritten Platz, das Ausrichterteam und Bayer Leverkusen wurden Fünfte, das Team der Uni Wuppertal stand auf Rang sieben. „Die Mannschaft hat sich gut verkauft – gegen Duisburg gab es eine 3:4-Niederlage, das hätte auch anders laufen“, so Andree, die aber auch über den fünften Platz überhaupt nicht verärgert war.

Zumal die Hattinger Frauen auch nach längerer Zeit (u.a. Babypause) zurück auf die Matte kehrten. „Das war schon sehr in Ordnung. Insgesamt war es eine schöne Mannschaftsleistung“, so Andree, die sich noch über einen weiteren Aspekt freute: „Wir hatten sehr viele Helfer, so dass es kein Problem war, die Halle abends noch umzuräumen – am Sonntag stand nämlich noch eine Gürtelprüfung für 64 Kinder an, auf drei Matten parallel.“

Nur der Abstieg der Herrenmannschaft schmerzt

Ein guter Jahresabschluss nach einem guten Jahr für den 1. JJJC Hattingen – nur der Abstieg der Herrenmannschaft aus der Landesliga sticht im Rückblick negativ hervor. Andree: „Schon schade, dass die Mannschaft durch frühe Verletzungen und fehlenden Ersatz zurückgeworfen wurde. Aber im Nachwuchs stehen wir gut da.“ Besonders die Erfolge auf regionaler Ebene durch unter anderem Luca Zysk, Matilda Niemeyer und Bastian Maus seien bemerkenswert.

Durch sie ist der Club regelmäßig auf großen Meisterschaften präsent. Und auch das Hattinger Mixed-Turnier hat nun wieder einen festen Platz im Judo-Kalender. Andree: „20 Mannschaften werden wir wohl nicht mehr zusammenkriegen. Aber die Leverkusener waren zum ersten Mal dabei, haben direkt für nächsten Jahr zugesagt – ich hoffe, dass wir dann wieder zwölf oder dreizehn Mannschaften zu Gast haben.“

Text: WAZ

https://www.waz.de/sport/lokalsport/hattingen-sprockhoevel/1-jjjc-belebt-die-tradition-wieder-id212825135.html

 

 

Landesoffenes Mixturnier 2017